Die Rolle und das Potenzial der Druckimprägnierung in der Holzindustrie
Wie die Druckimprägnierung im Autoklav funktioniert, wann sie sinnvoll ist und was mit SPFR100 für Oberflächen- und Druckbehandlung geprüft wurde.
Holz wird im Bau immer häufiger eingesetzt, weil es nachwächst und einen geringen CO₂-Fußabdruck hat. Holz ist jedoch brennbar, daher muss es in vielen Gebäuden gegen Feuer geschützt werden. Eine Möglichkeit, ein Brandschutzmittel ins Holz zu bringen, ist die Druckimprägnierung im Autoklav. Dieser Artikel erklärt, wie sie funktioniert, was sie leisten kann und was nicht, und was mit SPFR100 geprüft wurde.
01Was ist eine Autoklavbehandlung?
Bei der Autoklavbehandlung kommt das Holz in einen geschlossenen Druckkessel. Zuerst entfernt ein Vakuum die Luft aus den Holzzellen, dann presst Druck die Behandlungsflüssigkeit ins Holz. Im Vergleich zu Streichen oder Sprühen dringt die Flüssigkeit tiefer ein, und die Aufnahme pro Kubikmeter lässt sich für jede Charge kontrollieren.
Wie tief sie eindringt, hängt vom Holz ab. Kiefernsplintholz nimmt Flüssigkeit gut auf, Fichte und Kernholz sind dagegen deutlich schwerer zu imprägnieren. Eine Druckimprägnierung schützt daher nicht automatisch den gesamten Querschnitt, und nach der Behandlung geschnittene oder gehobelte Flächen müssen nachbehandelt werden.
02Druckimprägnierung oder Oberflächenbehandlung?
Beides kann die richtige Wahl sein. Die Druckimprägnierung eignet sich für die industrielle Produktion größerer Mengen, etwa für Fassadenbretter, die vor der Lieferung behandelt werden. Die Oberflächenbehandlung durch Sprühen, Streichen oder in einer Beschichtungslinie eignet sich für kleinere Mengen, Arbeiten auf der Baustelle und farbige Oberflächen. Für das Gebäude zählt nicht die Methode, sondern die für genau dieses System geprüfte Brandklasse: Holzart, Dicke, Aufnahme oder Verbrauch und Einbau.
03Was mit SPFR100 geprüft wurde
- Oberflächenbehandlung: nach EN 13501-1 als B-s1,d0 klassifiziert (Klassifizierung ET-0388-24) für Holz ab 18 mm, mit 240 g/m² in mindestens zwei Schichten.
- Druckimprägnierung: SBI-Prüfungen (EN 13823) an druckimprägniertem Holz haben Ergebnisse auf dem Niveau der Klasse B ergeben. Ein Prüfbericht liegt vor, eine zertifizierte Klassifizierung für das druckimprägnierte System wurde jedoch noch nicht ausgestellt.
- Bewitterung: Die Dauerhaftigkeit des Brandverhaltens von SPFR100 wurde nach EN 16755 geprüft. Ein Zertifikat wurde noch nicht ausgestellt.
Wenn Ihr Projekt eine zertifizierte Klasse verlangt, verwenden Sie das klassifizierte Oberflächensystem oder fragen Sie uns nach dem Stand der Klassifizierung für die Druckimprägnierung. Die Prüfberichte senden wir auf Anfrage.
04Wann sich die Druckimprägnierung lohnt
Die Druckimprägnierung lohnt sich, wenn große Mengen desselben Profils im Werk behandelt werden, wenn das Holz nach der Behandlung möglichst wenig bearbeitet wird und wenn das Imprägnierwerk die Aufnahme jeder Charge kontrollieren kann. Für Fassaden und Innenräume, bei denen Farbe und Optik zählen, ist die Oberflächenbehandlung mit getöntem SPFR100 oft die einfachere Wahl.
Aktualisiert am 27.10.2026: Stand der Prüfungen und Klassifizierung präzisiert.